Bei der hygienischen Grundversorgung sind schnell Grenzen erreicht, an denen die Thanatopraxie erst beginnt.

Das war auch der Grund, weshalb für mich feststand, dass an der Ausbildung zum Thanatopraktiker kein Weg vorbeiführt. Unabhängig vom Todesumstand, sei es nach langer Krankheit, im hohen Alter oder durch einen Unfall, bietet die Thanatopraxie unzählige Möglichkeiten, nach dem Tod eingetretene Veränderungen  reversibel zu machen. Es geht mir nicht darum, den Tod zu beschönigen, sondern die Abschiednahme durch ein gutes Erscheinungsbild des Verstorbenen zu erleichtern. Ein Abraten von einer offenen Aufbahrung erfolgt meiner Meinung nach von vielen Bestattern viel zu oft und zu voreilig.

„Nein, schauen Sie sich den Verstorbenen besser nicht noch einmal an. Behalten Sie ihn lieber so in Erinnerung, wie Sie ihn zu Lebzeiten gekannt haben.“

Diesen Satz möchte ich nicht sagen müssen, nur weil ich etwa mit einer eigentlich lösbaren Situation überfordert bin.

Ich bin mir über die Wichtigkeit einer Abschiednahme am offenen Sarg  im Sinne der Trauerbewältigung bewusst. Mein Ziel ist es, auch in schwierigen Fällen den Angehörigen eine Aufbahrung zu ermöglichen. Ich versichere Ihnen, stets alles dafür zu tun, dass Sie sich von Ihrem Verstorbenen würdevoll und in aller Ruhe verabschieden können. Auch und gerade wenn ein geliebter Mensch durch einen traumatischen Einfluss verstorben ist, kommt dieser Verlust oft plötzlich auf die Hinterbliebenen zu. Der letzte Blick auf den Verstorbenen bleibt den Angehörigen in ewiger Erinnerung. Das bedeutet für mich, dass eine gute Arbeit unabdingbar ist. Gerade deswegen habe ich höchste Ansprüche an die Qualität meiner thanatopraktischen Behandlung.

Ihr Patrick Friedrichson