Thanatopraxie

Der wichtigste Schritt zur Trauerbewältigung ist die Abschiednahme am offenen Sarg. Ganz besonders im Falle eines plötzlichen Lebensendes oder gar beim Tod durch einen traumatischen Einfluss, wie z.B. Gewalteinwirkung durch einen Unfall oder Suizid, macht die Konfrontation mit dem Verstorbenen den Tod begreifbar. Ein optimales Erscheinungsbild des Verstorbenen ist uns besonders wichtig.

Was ist Thanatopraxie?

Die Thanatopraxie umfasst alle Maßnahmen zur ästhetischen und hygienischen Aufbahrung eines Verstorbenen sowie kosmetische Behandlungen. Neben der hygienischen Grundversorgung werden natürliche Veränderungen des Körpers mit Hilfe einer thanatopraktischen Behandlung / Einbalsamierung zeitlich verzögert.

In einem ähnlichen Verfahren wie bei der Dialyse wird das Blut des Verstorbenen durch konservierende Mittel ersetzt. Die meist dehydrierte Haut erhält sowohl ihre Feuchtigkeit zurück als auch ihren ursprünglichen Farbton. Die nach dem Tod eintretenden Veränderungen, die u.a. eine Verfärbung der Haut mit sich bringen, können somit für ein bis zwei Wochen verzögert werden. Bereits aufgetretene Totenflecken können aufgehellt, in den meisten Fällen sogar ganz entfernt werden (z.B. Blauverfärbung der Ohren, Finger, etc.). Die thanatopraktische Behandlung bewirkt eine innere und äußere Desinfektion, somit können durch den Kontakt mit dem Verstorbenen keine Krankheiten mehr übertragen werden.

Zum Aufgabengebiet des Thanatopraktikers gehört auch die Rekonstruktion von Unfallopfern.

Wozu Thanatopraxie?

Eine Einbalsamierung wird nötig, wenn der Zustand des Verstorbenen eine Abschiednahme am offenen Sarg nicht zulassen würde bzw. die Zeit bis zur Beisetzung länger ist als üblich. Auch bei einer Überführung des Verstorbenen ins Ausland wird möglicherweise eine Einbalsamierung vorausgesetzt. Der Thanatopraktiker ist aufgrund der komplexen Ausbildung in der Lage, die Einbalsamierung nach den geltenden Bestimmungen auszuführen und eine mehrsprachige, internationale Einbalsamierungsbescheinigung auszustellen.

Durch den Wandel in der Bestattungskultur in den letzten Jahrzehnten wurde die offene Aufbahrung immer mehr zurückgedrängt. Uns ist es ein besonderes Anliegen, den Hinterbliebenen die Notwendigkeit der persönlichen Abschiednahme nahe zu legen und diesen elementaren Schritt im Trauerprozess zu unterstützen. Da der letzte Eindruck eines Verstorbenen Angehörige und Freunde ein Leben lang begleitet, ist es wichtig, den Verstorbenen gründlich und ästhetisch einwandfrei zu versorgen, damit sie diesen als den geliebten Menschen wiedererkennen.

Patrick Friedrichson absolvierte im Jahr 2014 vor dem Deutschen Institut für Thanatopraxie die Ausbildung zum geprüften Thanatopraktiker. In einem mehrwöchigen Praktikum in England erhielt er umfassende Einblicke in die Arbeit eines langjährigen Thanatopraktikers. 

Wir verfügen über einen modernen Hygieneraum, der gemäß des klinischen Standards der thanatopraktischen Behandlung eingerichtet ist.